Warum erfolgreiches HMI-Design technologieunabhängig ist

von Christian Rudolph

Fachartikel 2 Min. Lesezeit

Wer die Wahl der Technologie vor die Bedürfnisse der Nutzer:Innen stellt, verschenkt Potential und beginnt am falschen Ausgangspunkt.

In vielen Projekten beginnt die Diskussion über das Interface mit der gleichen Frage: Welches Framework ist das richtige für unser Projekt? Die Wahl der Technologie dominiert die frühen Gespräche und verstellt dabei den Blick für die Bedürfnisse der User. Dabei kann die Frage nach der richtigen Frontend-Technologie komplett unabhängig vom HMI-Design betrachtet werden. Aktuelle Entwicklungssysteme erlauben es inzwischen, typische Design-Anforderungen grafisch ohne technische Einschränkungen umzusetzen. Das ist ein großer Vorteil, aber auch gleichzeitig eine Herausforderung: Was muss eigentlich auf den Bildschirm und wie muss das alles gestaltet sein?

Gutes UX-Design entsteht unabhängig von der Technologie

Bevor eine einzige Schaltfläche platziert wird, müssen viele Fragen beantwortet sein:

  • Wer steht in Zukunft vor diesem Interface – und unter welchen Bedingungen treffen sie Entscheidungen?
  • Welche Informationen sind relevant und für wen?
  • Was kostet ein Fehler – eine Sekunde Reaktionszeit, eine Stunde Stillstand, eine Maschine?
  • Wie muss sich dieses System anfühlen, damit Menschen ihm vertrauen?

Die Antworten bestimmen die Informationsarchitektur. Sie bestimmen, wie Alarme priorisiert werden, wie Navigation sinnvoll aufgebaut ist, wo kritische Statuswerte sitzen müssen. Die Technologie kommt danach – als Werkzeug, das die Entscheidungen umsetzt, nicht als Ausgangspunkt, der sie vorgibt.

Das Problem mit der Tool-getriebenen Entwicklung

Wer bei der Gestaltung Tool-getrieben vorgeht, baut Interfaces, die die Möglichkeiten des Tools spiegeln. Wer mit dem Menschen beginnt, baut Interfaces, die die Anforderungen der User spiegeln. Der Unterschied klingt nach einer Nuance. In der Praxis hat er aber enorme Auswirkungen. In den letzten Jahren haben wir Projekte mit den verschiedensten Technologien umgesetzt: Siemens WinCC Unified, Delphi, C++, AVEVA OMI, XAML, .NET, SmartHMI WebIQ, Copadata Zenon, FactoryTalk Optix … und natürlich auch HELIO. Am Anfang all dieser Projekte standen die Bedürfnisse der Nutzer:Innen.

Technologie wechselt. Gutes Design überlebt.

Wenn Sie eine neue Anlage planen oder das Gefühl haben, dass Ihre bestehende Oberfläche Potenzial verschenkt – wir sprechen gerne mit Ihnen darüber. Egal mit welcher Technologie sie arbeiten möchten.

Christian Rudolph Management HMI Project

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